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2015 Kerner Spätlese lieblich Nordheimer Kreuzberg

Weingut Reichert, Nordheim

Wie es nun einmal so ist im Leben, gelingt es selten, einen anhaltenden Abwärtstrend umzukehren. Die Rebsorte Kerner könnte ein Lied davon singen, wäre Sie in der Lage, zu sprechen. Im Jahre 1929 an der Lehr- und Versuchsanstalt in Weinsberg gekreuzt, trat Sie zunächst ihren Siegeszug in Deutschlands Weingärten an, um dann in den letzten 20 Jahren wieder mehr als 60% ihrer Anbaufläche einzubüßen. Prädikat „megaout“.

2015-kreuzberg-kerner-spaet-schlegelIn meinen Augen völlig unverständlicherweise nimmt man unsere Spätlese von Familie Reichert als Maßstab her. Die Trauben sind im Nordheimer Kreuzberg gewachsen und wurden mit Spätlese-Gradation geerntet. Diese Tatsache alleine hat noch nicht allzu viel zu bedeuten, neigt die Sorte doch von Haus aus zu hohen Mostgewichten – Spätlese aufwärts.

Was den Kerner von Familie Reichert so gelungen macht, ist sein phantastisches Säurespiel, welches in der Tat an seinen Elter – den Riesling – erinnert.
Doch fangen wir bei der Nase an: Beim Riechen am gut gefüllten Glas (wichtig!) betört der Wein mit kristallklarer Frucht. Neben einer wunderbar reifen Pfirsichnote schwingen noch hefige Aromen und das berühmte sortentypische Eisbonbon mit.

Auf der Zunge brennt der Wein dann ein wahres Geschmacks-Feuerwerk ab. Die fulminante Säure sorgt im Zusammenspiel mit der Süße für einen quicklebendigen Gaumen-Auftritt. Das hat Saft, das hat Rasse und Klasse. Geschmacklich meldet sich wieder das Eisbonbon aus der Nase zu Wort. Außerdem erinnert mich das Ganze an den Biss in ein Stück reife Mango mit ihren leicht ätherischen Noten. In der Kategorie „Trinkfluss-Punkte“ bekäme die Spätlese von Familie Reichert die Höchstpunktzahl von mir. Prädikat „Glas immer zu schnell leer“.
Jetzt wissen Sie auch, warum das Glas gut gefüllt sein soll (siehe oben)!


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