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Silvaner Kabinett trocken – „Alte Reben“ – Steinbacher Nonnenberg

WeinWerk A. Tully, Ebelsbach

Im Osten was Neues

Heute begeben wir uns, ganz im Sinne der geographischen Vielfalt, an die östlichen Ausläufer des fränkischen Weinbaugebietes. Seit mehr als drei Jahrzehnten baut Familie Tully, nicht weit von den Stadtgrenzen Bambergs entfernt, Wein an.

2014-nonnenberg-silvaner-kabinett-altereben-trocken-bxIn Ebelsbach, dem Sitz des Weinguts, ist der Weinbau bis in das Jahr 1335 zurückgehend belegt. Die Trauben für den heute vorgestellten Wein sind in der Lage „Steinbacher Nonnenberg“ gewachsen. Steinbach ist ein Ortsteil von Ebelsbach und beim „Nonnenberg“ handelt es sich um eine terrassierte, mit denkmalgeschützten Trockensteinmauern befestigte, historische Weinlage.

Dass hier mit viel Idealismus und Liebe zur heimatlichen Kulturlandschaft gearbeitet wird, versteht sich fast von selbst.

Die Silvaner-Trauben für unseren trockenen Kabinett stammen von über 30 Jahre alten, ertragsreduzierten Reben. Ich kann für Stamm-Leser schon vorab vermelden, dass der Silvaner von Familie Tully nichts für Freunde üppiger und kraftvoller Sortenvertreter ist.

Vielmehr präsentiert er sich ausgesprochen schlank und mineralisch. Im Glas zeigt er eine hellglänzende, strohgelbe Farbe mit leichten Grünreflexen.

Was in der Nase zunächst stark dominiert, ist eine reduktive Note, welche an eine Streichholz-Fabrik denken lässt. Das verfliegt aber mit zunehmender Belüftung im Glas und macht die Bühne frei für die fruchtigen, an Stachelbeeren und gelbe Zitrone erinnernden Komponenten.

Am Gaumen präsentiert sich der Wein schlank und präzise wie ein durchtrainierter, sehniger Athlet. Die Säure sorgt für Kontur und Definition auf der Zunge ohne aggressiv zu sein. Da ist bei 11,5% Vol. Alkohol kein Gramm Fett dran, aber trotzdem ist unser Tully-Silvaner keineswegs dünn oder karg. Im Gegenteil: eine wunderbare mineralische Würze in Verbindung mit einer phenolischen Struktur sorgt für bleibenden Geschmackseindruck beziehungsweise einen langen Nachhall.

Da wir aus meiner Sicht nicht allzu oft den vorliegenden Fall haben, hier nun mein Schluss-Fazit: ein Silvaner für Riesling-Trinker. Natürlich nicht nur, aber jenen sei der Wein besonders ans Herz gelegt. Und hier geht’s direkt zum Silvaner.


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