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2016er Merzling Qualitätswein – Laudaer Altenberg

Weingut Johann August Sack, Lauda-Königshofen

Beim Merzling, einer 1960 neu gezüchteten pilzwiderstandsfähigen Weißweinsorte, handelt es sich um einen echten Exoten in Deutschlands Rebgärten. Er wurde von 2016-merzling-BxJohannes Zimmermann am Staatlichen Weinbauinstitut Freiburg aus Seyve-Villard 5276, Riesling und Ruländer gekreuzt. Der Name leitet sich aus der Gemeinde Merzhausen am südlichen Stadtrand von Freiburg im Breisgau ab. Die Zulassung durch das Bundessortenamt erfolgte 1993. Die Lagenansprüche und die Traubenreife sind mit dem Müller-Thurgau vergleichbar.

Beim Weingut Sack stehen die Reben in der nicht flurbereinigten Steillage „Laudaer Altenberg“. Die charakteristischen Steinmauern sind landschaftsprägend und besitzen die positive Eigenschaft, dass sie tagsüber die Sonnenwärme speichern und abends wieder an die Reben abgeben. Windabweisende Hecken und der standorttypische Trockenrasen sorgen für eine abwechslungsreiche Landschaft und ein intaktes Biotop, welches ein Rückzugsgebiet für zahlreiche Tiere und Pflanzen darstellt. Viele Orchideen sowie seltene Schmetterlinge und Vögel sind heute am Altenberg zu finden. So erscheint es nur folgerichtig, die Iris als Etikettenmotiv zu verwenden, da auf den Trockenwiesen und an den Steinriegeln des Laudaer Reblandes die wilden Schwertlilien wachsen.

In dieser einmaligen Kulturlandschaft stehen also die 10 Ar Merzling-Reben des Weingutes Sack. Doch wie macht er sich eigentlich, der Wein aus dieser raren Rebsorte?

In der Nase präsentiert er sich einerseits ungemein fruchtig, fast schon ins Exotische gehend und anderseits wieder betont würzig mit rauchigen Anklängen. Neben hochreifer Birne zeigen sich auch Noten von Ananas und ein Hauch Eisbonbon. Über diesem „Fruchtteppich“ schwebt eine würzige, bisweilen ins Nussige abzielende Note, welche mich an Weine aus der Rebsorte Grauburgunder erinnert.

Am Gaumen ist der 2016er Merzling sehr saftig und trinkig, was in erster Line auf seine gut abgestimmte Restsüße in Verbindung mit der lebendigen Säure zurückzuführen ist. Für Puristen und ausgewiesene Trockentrinker präsentiert er sich zu saftig und die vergleichsweise hohe Restsüße (17,3 g/l) dürfte ein klassisches K.O.-Kriterium darstellen.

Wer aber gerne einen fruchtbetonten, nicht zu trockenen aber auch nicht zu süßen Weißwein trinkt, dürfte hier genau richtig liegen. Erfahrungsgemäß geht ein solcher Wein immer gut zur gemischten Käseplatte. Von der Grundstruktur wirkt der Wein eher schlank und frisch. Dies ist in erster Linie auf die lebendige Säure zurückzuführen, die zwar analytisch gar nicht so arg hoch liegt, aber dennoch die Restsüße hervorragend konterkariert. Mit diesem Merzling im Glas darf dann gerne der April kommen mit Temperaturen im Bereich der 20° Marke.


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