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2020 weinLust Kerner halbtrocken

Weingut Laufer, Lisberg

Like ice in the sunshine. So schmilzt die Anbaufläche des Kerners, dieser bis Mitte der 1990er-Jahre ungemein populären Kreuzung aus Trollinger und Riesling, dahin. Leider hält dieser Trend, zwar gebremst, aber immer noch nach unten zeigend, weiterhin an. Waren im Jahr 2017 von einstmals knapp 8.000 Hektar noch 2.800 übrig, so sind es heute laut neuester Statistik des Deutschen Weininstituts über die bestockten Rebflächen in Deutschland nur noch 2.357 Hektar.

In Franken liegt der Kerner mit 171 Hektar Anbaufläche auf Platz 7 bei den weißen Sorten.

Das Erstaunliche ist, das Weingut Laufer hat sämtliche sechs vor dem Kerner platzierten Sorten ebenfalls im Anbau: vom Platzhirsch Silvaner, über den einstmaligen Leader Müller-Thurgau, dem fruchtig-würzigen Bacchus bis hin zu Riesling, Weißburgunder und Scheurebe.

Wer also in die Vielfalt des fränkischen Weinlandes eintauchen möchte, kann hier sprichwörtlich Sieben auf einen Streich erwischen.

Glücklicherweise halten Dieter Laufer und seine mittlerweile seit zwei Jahren für das Weingut verantwortlich zeichnende Tochter Kerstin Laufer dem Kerner in bester „fränkisch sturer“ Manier die Treue. Die Kerner vom Weingut Laufer stammen aus der östlichsten Weinbergs-Lage Frankens, dem „Unterhaider Röthla“. Jahrein, jahraus begeistert die Version in der Literflasche viele Stammkunden mit ihrer feinfruchtigen, saftigen Art.

In besonderen Jahren, zuletzt 2015 und 2018, gibt es als Spezialität eine trockene Variante, welche entweder im Stahltank oder sogar im Holzfass ausgebaut sein kann. Diese besonderen Tropfen taugen mitunter als Referenzweine für die Sorte.

Heute möchte ich Ihnen die halbtrockene 2020er-Version aus der weinLust-Linie vorstellen. Einen besseren vin de plaisir für die warme Jahreszeit kann ich mir kaum vorstellen, so saftig, fruchtig und frisch wie sich dieser gerade richtig restsüße Kerner präsentiert.

Ins Glas kommt er mit einem hellen Grüngelb, welches Zeugnis von seiner Jugend ablegt. Die Nase ist herrlich sortentypisch und zeigt neben fruchtigen Anklängen von Ananas, weißer Johannisbeere und Stachelbeere vor allem die berühmte Eisbonbon-Note des Kerners. Das Ganze wirkt ausgesprochen frisch und trinkanimierend. Die Lust auf den ersten Probeschluck ist enorm.

Am Gaumen wird die feine Restsüße durch die reife Säure ausgezeichnet in Balance gehalten. Der Wein ist wunderbar gschmackig, wie man in Österreich so schön sagt. Geschmacklich steht vor allem die Ananasfrucht aus der Nase im Vordergrund. Allerdings eher in konservierter Form, als frische Frucht. Hintenraus kommt die Gletschereis-Note mitsamt ihren leicht ätherisch-frischen Anteilen ins Spiel. Für Struktur sorgt eine tonische (Tonic Water), leicht ins phenolische gehende Komponente. Trinkt mehr Kerner, Leute. Eine mittlerweile unterschätzte Rebsorte, wie ich finde.

Eine Weinexpertise von unserem Weinfachberater Christian Büttner

2020 Nordheimer Vögelein Albalonga Spätlese

Weingut Am Vögelein, Nordheim am Main

Ich erinnere mich noch gut an eine Weinprobe Ende der 1990er-Jahre im Haus des Frankenweins in Würzburg. Der Moderator der Probe war der damalige Leiter der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau in Veitshöchheim. Er kredenzte uns als feierlichen Abschluss der Probe eine gigantisch gute Albalonga Auslese aus der Parade-Lage Würzburger Stein und bekräftigte den besonderen Wert der Sorte mit folgender Aussage: „So lange ich etwas zu sagen habe, wird die Sorte Albalonga einen festen Platz in unseren Weinbergen haben.“

Schade, dass mit dem Staatlichen Hofkeller ausgerechnet jener Betrieb, welcher der Sorte über Jahrzehnte die Treue gehalten hat, diese scheinbar nicht mehr im Anbau hat. Immerhin feiert die Sorte dieses Jahr ihr 70-jähriges Jubiläum. Sie wurde 1951 an der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau von Dr. Hans Breider aus den Sorten Rieslaner und Silvaner gezüchtet. In Franken wird sie nur noch auf ca. zwei Hektar angebaut, obwohl sie sozusagen ein urfränkisches Kind ist.

Aber zum Glück gibt es eine Handvoll Winzer, welche der Albalonga-Rebe die Treue halten und unbeirrt köstliche Tropfen, vorwiegend im Spätlese-Bereich und darüber, aus ihr keltern.

Es verhält sich nämlich ganz ähnlich wie bei ihrem Elter Rieslaner. Genau wie dieser zeitigt die Sorte nur bei ausreichender Reife, wir reden von Spätleseniveau aufwärts, gute Ergebnisse. Gelingt in besonderen Jahren eine edelsüße Variante, so handelt es sich oft um Spitzenweine, welche sogar dem Riesling den Platz auf seinem Thron streitig machen können. Kennzeichend für solche Albalonga-Kreszenzen sind ihre Ausdrucksstärke und die enorme Aromenvielfalt mit exotischen Noten.

Wir bewegen uns bei der 2020er Spätlese von Familie Schneider aus Nordheim zwar relativ gesehen, zumindest laut Etikett, auf dem Einstiegs-Level für Albalonga-Edelkreszenzen, aber was wir hier ins Glas bekommen, sorgt locker für Anflüge von Verzückung und Augenrollen. Zumindest wenn man restsüße Weine mag. Die Nase ist einfach herrlich. Exotik pur. Ein bischen ätherisch angehauchte Mango wird von herb-fruchtigen, exotischen Noten begleitet. Hier fallen mir in erster Linie Karambole (Sternfrucht) und Physalis ein. Für die Frische gesellt sich noch ein Spritzer Limettensaft dazu.

Am Gaumen wirkt dieser wunderbare Tropfen, der sich vom Mostgewicht her locker im Auslesebereich bewegt, trotz 53 g/l Restzucker überhaupt nicht klebrig süß. Zu diesem Umstand trägt in erster Linie die reife, Frische versprühende Säure bei. Mit 7,5 g/l liegt sie für meinen Geschmack im idealen Bereich. Das Süße-Säure-Spiel sorgt für einen Spannungsbogen und verhindert, dass sich ein vorschneller Sättigungseffekt einstellt. Geschmacklich dominieren eine saftige Maracujanote und eine vife Limettensäure. Der Nachhall ist beeindruckend lang und mir stellt sich beim Trinken die Frage, ob dieser wunderbar austarierte, saftige Tropfen überhaupt eine Begleitung benötigt oder ob man ihn nicht lieber mit einem Lächeln im Gesicht pur genießen sollte. Ich denke letzteres. Mit seiner verführerisch exotischen Art und der feinen Süße ersetzt er, zumindest im Sommer, locker jedes Dessert.

2020 Thüngersheimer Weißburgunder VDP.Ortswein trocken

Bei weitem nicht von allen Weinfreunden geliebt, gehört der Weißburgunder doch zu den edlen Rebsorten und vermag bisweilen auch große Weine hervorzubringen. Allerdings müssen hierfür vom Winzer einige weinbauliche Dinge beachtet werden.

Die Sorte stellt eher hohe Ansprüche an die Lage und benötigt gute Standorte, um eine ausreichende Traubenreife zu erlangen. Aber nicht nur die Lage, sondern auch die Bodenbeschaffenheit spielt eine wichtige Rolle. Besonders kalkhaltige Böden verhelfen dem Weißburgunder zu voller Ausdruckskraft, so dass er seine subtile, an weiße Blüten und helle Früchte erinnernde Aromatik entfalten kann.

In dieser Hinsicht bietet das Weingut Schwab der Sorte beste Voraussetzungen. Die Reben stehen in besten Thüngersheimer Lagen auf (muschel)kalkhaltigen Böden. Dank des warmen Jahrgangs 2020 und der damit verbundenen sehr guten Traubenreife weist unser „Wein der Woche“ mit seinen 13 % Vol. Alkohol potentiell Spätlese-Niveau auf. Mit weniger als 4 g/l Restzucker erweist er sich zudem als fränkisch trocken und gibt in Verbindung mit der wunderbar reifen Säure einen erstklassigen Menübegleiter ab.

Doch eins nach dem anderen. Zunächst möchte ich Ihnen eine kleine Beschreibung des Thüngersheimer Weißburgunders (VDP.Ortswein) liefern, bevor wir uns abschließend mit den kulinarischen Kombinationsmöglichkeiten beschäftigen.

Er steht mit hellgelber Farbe samt leichter Grünreflexe im Glas. In der Nase präsentiert er sich mit genau jener diskreten Art und aromatischen Zurückhaltung, welche einen sehr guten Sortenvertreter nach meinem Gusto ausmacht. Etwas reifer Apfel, ein Spritzer Zitrusfrucht, Anklänge von weißen Blüten und ein Hauch von Puderdose prägen den vornehmen Auftritt in der Nase.

Am Gaumen kommt dann, begleitet von der Säure, verstärkt die Zitronenfrucht aus der Nase zur Geltung. Wobei die Säure aber geschmacklich nicht spitz, sondern reif und belebend in Erscheinung tritt. Eine leicht phenolische Note verleiht Struktur und bleibt noch lange im Nachhall haften. Trotz der hervorragenden Traubenreife und des entsprechenden Alkoholgehalts haben wir es hier geschmacklich nicht mit einem Schwergewicht zu tun. Der Weißburgunder vom Weingut Schwab hat durchaus Kraft und Substanz, aber ich würde ihn trotzdem eher als mittelgewichtig bezeichnen.

Ein toller, sortentypischer Wein, der sich zu allerlei köstlichen Speisen kombinieren lässt. Ich denke hier vor allem an gedünsteten Meeresfisch, Muscheln im Sud, Geflügel oder Kaninchen ¬mit heller Soße oder auch ganz einfach zu bestem, frischem Spargel in allen denkbaren Zubereitungsvarianten.

Silvaner zur Spargelzeit

Mea culpa. Im letzten Jahr habe ich die vinologische Begleitung der Spargelsaison etwas verschlafen und erst Ende Mai / Anfang Juni ein Paket mit drei Silvaner-Weinen empfohlen.

Um diesen Lapsus wiedergutzumachen, stelle ich Ihnen heute gleich zum Auftakt der bayerischen Spargelsaison, welche Anfang der Woche offiziell in Grettstadt im Landkreis Schweinfurt eröffnet wurde, ein Paket mit drei tollen Silvaner-Weinen vor.

Es gibt in der Welt der Kulinarik unendlich viele Kombinationsmöglichkeiten von Wein und Speisen. Aber nur relativ wenige sogenannte „Perfect Matches“, also ideale Kombinationen.

Eine davon ist meiner bescheidenen Meinung nach jene von möglichst frisch gestochenem, leicht bissfest gegartem Spargel und fränkischem Silvaner. Viel mehr braucht es nicht, außer vielleicht noch ein paar Salzkartoffeln und einen guten Schinken oder ein Kalbsschnitzelchen als Begleiter dazu.

Alle drei Weine aus diesem Paket sind kräftige, vollmundige Sortenvertreter und wären wahrscheinlich problemlos auch als trockene Spätlese durchgegangen, hätten die Winzer darauf abgezielt, sie als solche in die Qualitätsweinprüfung zu schicken und anschließend zu vermarkten.

2019 Volkacher Ratsherr Silvaner Kabinett trocken

Weingut Kirch, Fahr a. M.

Der Silvaner aus der bekannten Lage „Ratsherr“ besitzt eine strahlend strohgelbe Farbe mit leichten Grünreflexen.

In der Nase präsentiert er sich sowohl klassisch mit reifen, gelbfruchtigen Aromen und mit einer Tendenz zur Fülle als auch frisch und mit einem modernen Touch. Für die Frische sorgt eine gewisse pikante Note, welche an Stachelbeere und Brausestäbchen erinnert. Dies spricht für eine kühle Vergärung und eher moderne Ausbauweise. Aber gleichzeitig finde ich auch reife, gelbfruchtige Anklänge nach Quitte und Banane im Duft.

Wo er sich in der Nase möglicherweise ein klein wenig mit der silvanertypischen Erdigkeit und Mineralität zurückhält, holt er es am Gaumen dafür nach.
Ein Wein zum Kauen, der sich selbstbewusst mit Ecken und Kanten zeigt. Eine leicht aufrauende Mineralität verleiht ihm herbe Züge. Anklänge von nassem Ton finden sich genauso wie eine expressive, an Gesteinsmehl erinnernde, Mineralität. Eine ausgeprägte Zitrusnote sorgt für „Schmackes“ und macht Lust auf den nächsten Schluck. So etwas nennt man glaube ich Trinkanimation.

2019 Randersackerer Sonnenstuhl Silvaner Kabinett trocken „Am Turm“

Weingut Stefan Bardorf, Randersacker

Winzer Stefan Bardorf gehört mittlerweile zu den von verschiedensten Seiten regelmäßig, auch international, ausgezeichneten Betrieben in Franken. Sein besonderes Kapital ist sein eindrucksvolles Lagen-Portfolio mit Parzellen u. a. in den Randersackerer Top-Lagen „Sonnenstuhl“, „Teufelskeller“ und „Marsberg“.

Der trockene Silvaner aus diesem Paket stammt aus der Spitzenlage „Sonnenstuhl“. Die Trauben für den Wein stammen aus einer Parzelle, welche in der Nähe des weithin sichtbaren, im Volksmund sogenannten „Kartoffelturms“ liegt. Deshalb der Zusatz „Am Turm“ auf dem Etikett.

Beim Schnuppern am Glas ist der erste Gedanke „Wow, das ist Silvaner in Reinkultur“.
Den Fruchtkern, den Mittelpunkt des Nasenauftritts, bildet eine traumhaft schöne, reife Birnennote. Diese wird umweht von einer Frische verleihenden, frühlingshaft anmutenden, floralen Komponente. Beinahe wie ein Gang über eine saftig grüne mit blühenden Blumen übersäte Frühlingswiese. Mit der Zeit entfaltet sich noch eine zarte Würze, welche aber nicht zu sehr ins Erdige tendiert, sondern eher an Walnusshaut erinnert.

Am Gaumen greift der Wein die gelbfruchtige, an Birne erinnernde Note aus der Nase auch geschmacklich auf. Die Säure ist reif und sorgt für einen runden, harmonischen Auftritt. Wenn sich überhaupt Zitrusnoten zeigen, dann handelt es sich nur um einen ganz kleinen „Spritzer“.

2018 Randersackerer Pfülben Silvaner trocken „Roots“

Weingut Martin Göbel, Randersacker

Der Silvaner vom Weingut Martin Göbel hat als 2018er Jahrgang gegenüber den beiden anderen Weinen einen Reifevorsprung von einem Jahr. Dies erklärt auch seine im Vergleich kräftigere, strohgelbe, fast schon in Richtung Goldgelb tendierende Farbe.

Lagentechnisch könnte der Wein keine besseren Voraussetzungen mitbringen. Immerhin handelt es sich beim „Randersackerer Pfülben“ um eine der fränkischen Spitzenlagen schlechthin.

In der Nase mischen sich unter die fruchtigen Anklänge von rotem Apfel und Quittenbrot erste Reifenoten, welche die Komplexität steigern und den Silvaner aus der „Roots“ genannten Linie deutlich von den beiden anderen Weinen unterscheidet. Er besitzt eine Anmutung von Reife und Fülle, wie ich sie sehr schätze.

Am Gaumen präsentiert er sich trotz analytisch strammer Säure von 7,2 g/l, die aber paradoxerweise geschmacklich gar nicht so rüberkommt, harmonisch und rund. Fast möchte man sagen „ein Maul voll Wein“. Echte Trockentrinker dürfte er mit seinen lediglich 1,1 g/l Restzucker außerdem zu begeistern wissen. Im langen Abgang bleibt eine nussige Note stehen, welche bei aller Typizität, zusammen mit den anderen Eigenschaften wie Reife und Fülle, in eine andere Richtung weist. Ein faszinierender Silvaner mit fast schon burgundischen Dimensionen.

Drei ganz unterschiedliche Silvaner-Weine, welche auf genussvolle Art die Vielfalt der Rebsorte widerspiegeln und perfekt in die gerade beginnende Spargelzeit passen. Genießer-Herz was willst Du mehr.

Eine Weinexpertise von unserem Weinfachberater Christian Büttner

2019 Iphöfer Kronsberg Silvaner Kabinett trocken

Weingut Zehntkeller, Iphofen

Jetzt ist es amtlich. Was ich schon seit Jahren schreibe, ist offiziell eingetreten: Der Silvaner hat in Franken laut der aktuellen Statistik des Deutschen Wein Instituts (2020/2021) mit 1.522 Hektar Anbaufläche die Pole Position bei den meistangebauten Reben übernommen und damit den langjährigen Spitzenreiter Müller-Thurgau (1.493 Hektar) abgelöst.

Nichts gegen die gar nicht mehr so neue „Neuzüchtung“ von Dr. Müller, aber traditionell ist Franken Silvanerland mit einer mehr als 360 Jahre zurückreichenden Anbautradition für die Sorte. Hier liegt unsere Stärke und auch außerhalb Deutschlands sollte die Weinregion Franken – sofern sie aufgrund ihrer nicht gerade großen Anbaufläche überhaupt wahrgenommen wird – in erster Linie mit dem Silvaner assoziiert werden.

Der Silvaner ist ein absoluter Allrounder. Vom trockenen Literflaschen-Qualitätswein zum Zechen über edle, mitunter gehaltvolle, trockene Kabinette und Spätlesen mit oder ohne Holzfassausbau bis hin zu edelsüßen Kreszenzen (Auslese, Beerenauslese, Trockenbeerenauslese, Eiswein) kann er alles.

Heute möchte ich Ihnen einen tiefstapelnden trockenen Kabinett aus zertifiziertem Bio-Anbau (Bioland) vorstellen. Das renommierte Weingut Zehntkeller aus Iphofen bietet aus dem Jahrgang 2019 drei trockene Silvaner Kabinett-Weine an. Neben der prestigeträchtigen Version aus der weithin bekannten Spitzenlage „Iphöfer Julius-Echter-Berg“ und einer Variante aus der Nachbargemeinde-Lage „Rödelseer Küchenmeister“ schließlich noch den Vertreter aus dem „Iphöfer Kronsberg“. Und genau jenen möchte ich Ihnen heute etwas näher vorstellen.

Die Reben für unseren Wein stehen in der größten der Iphöfer Lagen, dem Kronsberg. Dominierend sind hier schwere Keuperböden von dunkler Farbe. Die Kronsberg-Weine sind markant und ausdrucksstark und zeichnen sich durch eine kräftige Struktur aus.

Für einen doch relativ jungen Wein ist die Farbe mit ihrem satten Strohgelb durchaus als kräftig zu bezeichnen. Dies mag auch daran liegen, dass wir genaugenommen bei 13 % Vol. welche der Wein aufweist, eine astreine Spätlese im Glas haben.

Die Nase ist Silvaner pur. Neben einer gelben Frucht, hier sind in erster Linie Birne und Quitte zu nennen, machen sich im Glas rauchige und mineralische Noten breit. Hieran haben mit Sicherheit die steigerwaldtypischen Gipskeuperböden einen hohen Anteil. Abgerundet wird der Gesamteindruck durch einen feinen Mandelton.

Am Gaumen präsentiert er sich für seine Gewichtsklasse geradezu resch. Dies hat zwei Gründe. Zum einen ist die Säure, gerade in Anbetracht des heißen Jahrgangs, mit 6,2 g/l beachtlich hoch und zum anderen haben wir es mit einem absolut trockenen Sortenvertreter zu tun. Passionierte Trockentrinker werden angesichts der 0,6 g/l Restzucker jubilieren.
Geschmacklich dominiert eine frische, aber nicht aggressive Zitrusnote. Das Geschmackseindruck am Gaumen passt schlussendlich dann wieder zum Prädikat laut Etikett.
Ein herrlicher Silvaner aus dem Steigerwald, der sich vielseitig einsetzen lässt. Ein interessanter Vergleich wäre sicherlich einmal, alle drei trockenen Silvaner Kabinette aus 2019 vom Zehntkeller nebeneinander zu probieren.