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2015 Johanniter trocken *** – Deutscher Landwein

Weingut Erwin Christ, Nordheim

Nachdem ich Ihnen heute nicht zum ersten Mal einen Wein von Erwin Christ vorstelle, hier nun für alle „Neulinge“ die wichtigsten Fakten zu diesem bemerkenswerten Betrieb in aller Kürze: fränkischer Bio-Betrieb der ersten Stunde – bereits seit 1964 – Zertifizierung im Jahr 1991 – Vermarktung 2015-johanniter-schlegelsämtlicher Weine als Landwein ohne amtliche Prüfnummer – folglich keine Lagen- und keine Prädikatsbezeichnungen auf dem Etikett – intern dreistufiges Qualitäts-System – * = Basis, ** = Mittelsegment, *** = gehobenes Segment – Lagen werden durch Symbole auf dem Etikett dargestellt – Vogel für „Nordheimer Vögelein“, Kirche für „Volkacher Kirchberg“ etc….

Doch nun zu unserem heute vorzustellenden Wein. Die Sorte Johanniter gehört zu den pilzwiderstandsfähigen Rebsorten und wurde 1968 am Staatlichen Weinbauinstitut in Freiburg gekreuzt. Aufgrund ihrer erhöhten Toleranz gegen Rebkrankheiten erfreut sie sich in erster Linie bei biologisch wirtschaftenden Betrieben besonderer Beliebtheit, da der Aufwand für den Pflanzenschutz um bis zu 80% reduziert werden kann.

Der Johanniter von Erwin Christ stammt aus dem Jahrgang 2015. Das Zylinder-Symbol auf dem Etikett verrät uns, dass die Trauben in der Lage „Volkacher Ratsherr“ gewachsen sind. Mit seinen *** auf dem Etikett gehört er betriebsintern zum Top-Segment. Bei 13% Vol. Alkohol handelt es sich auch nicht gerade um ein Leichtgewicht und man kann getrost davon ausgehen, dass die Trauben bei der Ernte ein Mostgewicht hatten, welches spätlesegeeignet war. Mit 0,7 g/l Restzucker ist der Wein zudem kompromisslos trocken, aber das verwundert auch nicht weiter bei der insgesamt an den Tag gelegten Konsequenz dieses Betriebes.

Im Glas zeigt er sich mit hellgoldener Farbe. Bereits in der Nase deutet sich an, dass wir es mit einem eher kräftigen Weißwein zu tun haben. Eine vollreife, an gelbes Steinobst erinnernde Frucht lässt durchaus Assoziationen an einen Riesling aufkommen, der ja auch tatsächlich zu den Elternsorten gehört. Aber auch würzige und mineralische Noten von gelbem Tabak und nassem Ton prägen das Nasenbild.

Am Gaumen präsentiert er sich, wie bereits oben erwähnt, knalltrocken, wie fast alle Weine dieses Betriebes. Die Säure ist ausgeprägt, aber nicht aggressiv und verleiht dem Wein eine mundwässernde Art. Sie ahnen schon, was jetzt kommt. Ja, ich empfehle Ihnen diesen wunderbar unmodischen, knochentrockenen Johanniter zum Essen. Denn ursprünglich war diese Art von wirklich trockenem „Naturwein“ in erster Linie als appetitanregender, nicht schon nach dem zweiten Schluck sättigender Essensbegleiter gedacht. Meine besondere Empfehlung lautet deshalb: zum Wiener Schnitzel oder Backhendl aufmachen. Und sollten Sie mir nicht glauben, dann fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker. Oder die Johanniter!


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